Die Sylter Leuchttürme

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leuchtturn in list

Die zentrale Aufgabe der Leuchttürme ist das Markieren des Fahrwassers. So leiten sie Kapitänen bei Nacht sicher den Weg. Deshalb sind sie an jeder Meeresküste vorzufinden. Auf der fast 100 m² großen Insel Sylt findet man ganze fünf Leuchttürme – vier davon noch in Betrieb. Wir stellen in unserem Beitrag alle Leuchttürme vor.

Der Hörnumer Leuchtturm

Ganz im Süden Sylts ragt der weiß-rot geringelte Hörnumer Leuchtturm 42 Meter in die Höhe. Der 1907 in Betrieb genommene Leuchtturm ist der Einzige, der auf Sylt besichtigt werden kann. Die Tour findet an jedem Montag, Mittwoch und Donnerstag jeweils um 9:00, 10:00, 11:00 und 12:00 Uhr statt und bietet einige Höhepunkte. Ganz oben erwartet Sie auf der Aussichtsplattform ein toller Ausblick auf die Nordsee und die Nachbarinseln Amrum und Föhr. Ein weiterer sehenswerter Stopp ist die ehemalige Leuchtturm-Schule, die sich von 1914 bis 1933 in einer Etage des Leuchtturms befand. Die Einrichtung erinnert noch heute an diese Zeit und verleiht dem damaligen Alltag der drei bis fünf Schüler Ausdruck. Die zentrale Aufgabe des Hörnumer Leuchtturms war seit jeher die Kennzeichnung der Fahrrinne zwischen Sylt und Amrum. War bis zum Jahr 1974 noch ein Wärter für den Leuchtturm zuständig, wird der Hörnumer Leuchtturm im Zuge der Automatisierung vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Tönning gesteuert und überwacht. Wer Lust hat, den Leuchtturm in Hörnum zu erklimmen, der sollte rechtzeitig einen Platz reservieren. Die Besuchergruppen bestehen maximal aus 10 Personen und die Plätze sind stets begehrt. Mehr Informationen finden Sie hier: http://hoernum.de/de/straende-erlebnis/leuchtturm-besichtigung.php

Eckdaten des Leuchtturms in Hörnum
Turmhöhe: 42 Meter
Tragweite: 23 Seemeilen
Baujahr: 1907
Standort: Hörnum

Das Leuchtfeuer Kampen

Das Leuchtfeuer Kampen hat viele Namen: Unter dänischer Herrschaft wurde es als das Leuchtfeuer „Rothe Klif“ 1856 in Betrieb genommen, im Jahr 1975 zu Leuchtfeuer Kampen umbenannt und gleichzeitig im Volksmund als „Langer Christian“ bekannt. Das Leuchtfeuer steht südlich von Kampen und ist voll funktionstüchtig. Im Zuge seiner Erneuerung bekam der Leuchtturm das markante, schwarze Bauchband im Jahr 1953. Als See- und Orientierungsfeuer leitet das Leuchtfeuer noch heute Schiffen auf den richtigen Kurs und sein Licht hat eine maximale Reichweite von rund 38 Kilometern. Seit 1977 wird der Leuchtturm ebenfalls von Tönning aus gesteuert und aus der Ferne überwacht. Zwar kann man das Leuchtfeuer Kampen nicht von Innen besichtigen, jedoch ist der in eine wunderschöne Landschaft eingebettete Leuchtturm einen Besuch wert. Eine Wanderung oder Fahrradtour zwischen Wenningstedt und Kampen führt auf einer Strecke entlang des Leuchtturmwegs und entzückt mit wunderschönen Ausblicken auf den Leuchtturm.

Kenndaten des Leuchtturms
Turmhöhe: 39,10 Meter
Tragweite: 21 Seemeilen
Baujahr: 1856
Standort: Kampen

Das Quermarkenfeuer Rotes Kliff

Das Quermarkenfeuer ist bereits außer Betrieb und Besichtigungen sind nicht möglich Dennoch lohnt sich ein Ausflug zu dem achteckigen Klinkerbau alle Mal. Mit seiner wunderschönen Lage am Nordende des Roten Kliffs – eingerahmt von der Dünenlandschaft – ist das Quermarkenfeuer das perfekte Ausflugsziel für Spaziergänger, Wanderer oder Fahrradfahrer. Es steht ca. 2,5 Kilometer nordwestlich von dem Leuchtfeuer Kampen.

Durch die aufwendige Sanierung im Jahr 2012 erstrahlt das Quermarkenfeuer Rotes Kliff noch heute als Tagessichtmarke in vollem Glanz. Das Quermarkenfeuer war von 1913 bis 1975 als Ergänzung des Leuchtfeuers Kampen in Betrieb und warnte Seefahrer vor einer Sandbank in der Einfahrt zum Lister Tief. 

Eckdaten des Leuchtturms
Turmhöhe: 11 Meter
Tragweite: 21 Seemeilen
Baujahr: 1913
Standort: Kampen

Der Leuchtturm List-West

Auf dem Lister Ellenbogen stehen gleich zwei Leuchttürme, List-West und List-Ost. Sie wurden 1856/57 unter dänischer Herrschaft errichtet und sind die ältesten, noch in Betrieb stehenden Leuchttürme Deutschlands. Der Leuchtturm List-West ist in eine wunderschöne, weitläufige Dünenlandschaft eingebettet und passt perfekt in das unberührte Landschaftsbild des Sylter Ellenbogens. Er ist nicht nur der nördlichste Leuchtturm, sondern auch das nördlichste Gebäude Deutschlands. Seit 1977 wird das Orientierungsfeuer aus der Ferne gesteuert und überwacht. Obwohl der Leuchtturm List-West nicht von Innen besichtigt werden kann, lohnt sich ein Ausflug: Die einzigartige Landschaft des Lister Ellenbogens, das Naturschauspiel des Aufprallens von offenem Meer und Wattenmeer sowie die grandiose Aussicht bis hin zur dänischen Insel Rømø bilden nicht nur für Fotografen eines der schönsten Motive.

Eckdaten des Leuchtturms List-West
Turmhöhe: 11 Meter
Tragweite: 14 Seemeilen
Baujahr: 1857
Standort: List

Der Leuchtturm List-Ost

Der Leuchtturm List-Ost ist der Zwilling des Leuchtturms List-West. Sie sind die ältesten, aus Gusseisen hergestellten Leuchttürme Deutschlands. Der Leuchtturm List-Ost unterscheidet sich durch seinen Anstrich und die Turmhöhe. Man erkennt den Leuchtturm, der Seefahrer durch das Lister Tief führt, an seinem roten Bauchband. Heute kann man von Glück sprechen, dass der Leuchtturm noch Teil der idyllischen Landschaft des Lister Ellenbogens ist. Bis 2003 galt der Leuchtturm List-Ost als absturzgefährdet, weil er sich sehr nah an einer Steilkante befindet. 2007 kam die Küstenerosion der Steilkante zum Stillstand. So kann man den Leuchtturm noch heute bei einem Ausflug zum Lister Ellenbogen von Außen bestaunen.

Eckdaten des Leuchtturms
List-Ost Turmhöhe: 13 Meter
Tragweite: 14 Seemeilen
Baujahr: 1857
Standort: List    

 

Bildquellen:
shutterstock/AR Pictures
shutterstock/Michael Thaler
schweitzer media

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